Mittwoch, 21. November 2018

Versuch’s mal mit Gemütlichkeit!

Ausgabe 2018.02
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Das Leben besteht oftmals nur aus Arbeit, Stress und Verpflichtungen. Dabei täte es gut, würden wir öfter mal einen Gang herunterschalten – am besten täglich. GESÜNDER LEBEN zeigt, warum Entspannung gesund ist und wir uns täglich ein klein bisschen Faulheit gönnen sollten.


Foto: iStock-Skathi

Unsere Gesellschaft ist auf Leistung gepolt: Wir wollen immer mehr und am besten so schnell wie möglich. Wir wollen höher, weiter und schneller – wohin auch immer. Mitunter verlieren wir dabei das Ziel aus den Augen, aber wir hetzen trotzdem weiter durchs Leben. Schließlich wird nichts anderes von uns erwartet und man kann ja nicht einfach mal nichts tun. Mit der Zeit haben wir diesen Leistungsdruck derart verinnerlicht, dass wir ihn als „richtig“ ansehen. Oder wir haben uns zumindest damit abgefunden, stecken wir doch alle im selben Hamsterrad. Geteiltes Leid ist halbes Leid – heißt es. Also rennen wir weiter – selbst auf die Gefahr hin, unter die Räder zu kommen.

Buchtipp

Norman Schmid
cover1Mein Weg in die Entspannung
192 Seiten, € 22,–
maudrich Verlag    

Norman Schmid bietet dem Leser die Möglichkeit, seinen persönlichen Weg in die Entspannung zu finden. Plus: vier einfache Schritte, um herauszufinden, welche Entspannungstechnik individuelle Stresssymptome am effektivsten bekämpft, Anleitungen zu sieben bewährten Entspannungsmethoden, ein psychologisch geprüfter Selbsttest und eine Audio-CD.

cover2abschalten & auftanken
52 Übungen für Achtsamkeit & Co., 128 Seiten, € 16,90,
maudrich Verlag

In diesem Buch liefert Norman Schmid Übungen, um im Beruf und in der Freizeit die Kraftquellen von Stille und Konzentration zu aktivieren, damit sich ein natürlicher Rhythmus von Aktivität und Erholung einstellen kann.

Keine Zeit für Entspannung. So betrachtet, nimmt es nicht wunder, wenn Dr. Norman Schmid sagt: „Viele denken gar nicht daran, dass Entspannung wichtig ist.“ Der St. Pöltener Psychologe, der sich schon seit vielen Jahren mit Achtsamkeit, Work-Life-Balance und der Wechselwirkung zwischen Körper, Geist und Seele auseinandersetzt, trifft bei seiner täglichen Arbeit immer wieder auf Menschen, denen nicht klar ist, dass „Entspannung die zweite Hälfte von Leistung ist“. Andere wiederum wissen zwar, dass es gut wäre, sich ab und zu Pausen zu gönnen – seien es fünf Minuten zwischen zwei Terminen oder einige Tage, um generell ein bisschen Abstand vom Alltag zu bekommen. Allein: Sie schaffen es nicht, dies in den Tagesablauf bzw. in ihr Leben zu integrieren. „Der Zeitmangel ist es nicht, denn 10, 15 Minuten hat jeder“, weiß Schmid. Was aber ist der Grund? Es ist eine Frage der Prioritäten und der Sozialisation. Es sind Vorgaben der Gesellschaft, die man internalisiert hat, weil sie einem von Kindesbeinen an vorgelebt wurden. Man kennt es nicht anders. „Ich hab des Öfteren Patienten, die es als völlig normal erachten, nicht nur Vollzeit, sondern 50, 60 Stunden zu arbeiten und dann noch Vereinsaktivitäten nachzugehen. Diese Menschen wissen gar nicht, was man tun kann, wenn man einmal nichts zu tun hat“, so Schmid, der zum Thema Entspannung bereits drei Bücher geschrieben hat. Die, wenn man so will, gute Nachricht: Bei der jüngeren Generation gibt es einen Trend in Richtung weniger Arbeit bzw. verdienen, dafür mehr Freizeit und Selbstverwirklichung. Nichtsdestotrotz bleibt die Frage: Was kann unternommen werden, damit Entspannung einen höheren Stellenwert bekommt?

Muße tut gut. Erst einmal gehört betont, dass Entspannung nichts mit der „so gar nicht salonfähigen“ Faulheit zu tun hat. Schon Sokrates sagte: „Der schönste Besitz von allen ist die Muße.“ Ob man nun Muße, Müßiggang, Entschleunigung, Erholung oder eben Entspannung dazu sagt, sei jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass kein Weg daran vorbeiführt, möchte man den Geist freibekommen und neue Energien sammeln. Dieses uralte Wissen scheint jedoch verloren gegangen zu sein – und das, obwohl es in unserer sehr beschleunigten Zeit wichtiger denn je wäre. Denn Fakt ist: Oft macht nicht (nur) der Stress krank, sondern die fehlende Erholung. Psychologe Schmid räumt allerdings ein, dass „sich die Menschen früher mehr an natürliche Rhythmen halten konnten. Es gab kein durchgehendes ‚Unterhaltungsprogramm’, wie das heute der Fall ist.“ Entspannung tut der Psyche und dem Körper gut, obwohl manche Übungen eher das eine oder das andere ansprechen. So wirkt Meditation beispielsweise mehr auf die Psyche, während verschiedene Atemübungen eher den Körper entspannen. „Mitunter können Menschen körperlich entspannt sein, das Gedankenkarussell dreht sich aber munter weiter. Beim Biofeedback, bei dem mit speziellen Sensoren die Aktivierung von Körper und Gehirn gemessen werden kann, ist das auch sehr gut zu beobachten“, so Schmid.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Versuch’s mal mit Gemütlichkeit!
Seite 2 Clever ist, wer sich entspannt

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